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Donnerstag, 22.02.2007 14:38:00

Zugang verweigert? - Abbott verwehrt armen Patienten AIDS-Behandlung und verweigert Gespräch

Einladung zur Pressekonferenz der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd) mit Beteiligung von Frau Dr. Susanne Kastner, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und Tobias Luppe Repräsentant von Ärzte ohne Grenzen.


Am 26.2. um 10:30 werden Medizinstudierende vor der Deutschlandzentrale der Abbott-GmbH in Wiesbaden demonstrieren. Mit großen, leeren Medikamentenschachteln und Heißluftballons als Symbole der leeren Versprechungen und der heißen Luft bisheriger Ankündigungen, werden die Studenten die verwerfliche Firmenethik von Abbott geißeln. Grund des Missmuts ist die fortwährende Weigerung der Firma, das HIV/AIDS-Medikament Kaletra® in ärmeren Ländern zugänglich zu machen.

In den letzten Monaten hatten Medizinstudierende deutschlandweit einen offenen Brief an die Firmenleitung unterschrieben. Eine entsprechende Unterschriftenliste ist von 18 Medizin-Fachschaften, die 40 000 Studierende vertreten, sowie von 3.000 einzelnen Studenten unterschrieben worden.

Die Vertreter der Studierenden hatten sich gemeinsam mit Ärzte ohne Grenzen und dem Büro der Vizepräsidentin des deutschen Bundestages Dr. Susanne Kastner seit Wochen um eine öffentliche Übergabe des Briefes und ein gemeinsames Gespräch bemüht. Da Abbott dies nach wie vor ablehnt, werden die Studierenden nun vor der Firmenzentrale protestieren und laden zur Pressekonferenz ein, um die öffentlich auf diesen Missstand aufmerksam zu machen.

„Es ist für mich unverständlich, dass sich Abbotts Firmenleitung dem Anliegen der Studierenden und dem Gespräch verweigert. Die Gewinnabsichten einer Pharmafirma dürfen niemals der lebensrettenden AIDS-Behandlung im Wege stehen“, erklärt Dr. Susanne Kastner, MdB.

Nach langen Protesten hatte Abbott im Jahr 2006 Preisnachlässe für Kaletra® in ärmeren Ländern angekündigt. „Diese Versprechen sind bisher leider nur heiße Luft geblieben, da Abbott das Medikament noch in fast keinem Land auf dem Markt wirklich anbietet“, sagte Tobias Luppe, Experte für den Zugang zu AIDS-Medikamenten bei Ärzte ohne Grenzen. Darüber hinaus hat jüngst Thailands Regierung Abbotts Patentmonopol auf Kaletra® zum Schutz der öffentlichen Gesundheit außer Kraft gesetzt, um kostengünstige Generika selbst produzieren zu können.

„Abbott ist es offensichtlich zu peinlich, öffentlich unsere Unterschriften entgegen zu nehmen“, beurteilt Shadi Razmdjou, stellvertretende Bundeskoordinatorin der Arbeitsgruppe Medizin und Menschenrechte der bvmd, die Verweigerungshaltung von Abbott. „Wir lassen uns allerdings nicht mundtot machen und werden mit unserem Protest deutlich machen, was wir von Abbotts menschenverachtender Politik halten.“

Seit langem bemühen sich HIV-Experten, Hilfsorganisationen, Patienten und Politiker die Firma Abbott zum Einlenken in der Frage des Zugangs zu Kaletra® zu bringen.

Während der Demonstration gibt es die Möglichkeit Fotos zu machen.

Die Pressekonferenz findet um 11:00 statt:

Main-Taunus MT Golfanlagen GmbH & Co. KG
Lange Seegewann 2
65205 Wiesbaden-Delkenheim

Von: Medizin und Menschenrechte