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Dienstag, 19.06.2007 15:47:00
Public Health Projekte in Guatemala: Vorbereitungsseminar
Vom 11. bis 13. Mai fand in München das Vorbereitungswochenende für die beiden Projekte „CEIBA“ und „Vivir en Amor“ in Guatemala statt.
Ein dichtes Wochenende voller spannender Vorträge, praktischer Übungen für die Arbeit im „campo“ wie Nahtkurs und Geburtshilfe und zahlreichen Denkanstößen über die Arbeit als Medizinstudent in Entwicklungsländern. 30 Teilnehmer kamen aus der ganzen Republik und verwandelten die Vorträge durch ihre interessierten Fragen in einen fruchtbaren Austausch.
Freitagabends trudelten nach und nach alle Teilnehmer des Seminarwochenendes aus der ganzen Republik in München ein für ein erstes Kennenlernen und gemeinsames Abendessen.
Samstags ging es dann früh los mit der Vorstellung der beiden Projekte „CEIBA“ und „Vivir en Amor“. Beide Projekte sind seit einigen Jahren Public Health Projekte der bvmd und Medizinstudenten können dort ab dem 4. Studienjahr erste Erfahrungen im Bereich medizinischer Entwicklungszusammenarbeit sammeln. In der Organisation CEIBA können Medizinstudierende vor allem einen Einblick in eine größere, interdisziplinär arbeitende guatemaltekische NGO gewinnen. Dagegen besticht die Arbeit bei Vivir en Amor, 2001 von zwei belgischen Krankenschwestern gegründet, vor allem durch die Vielfalt medizinischer Projektarbeit im Bergdorf Yalanhuiz.
Um den Kontext der beiden Projekte in Gesellschaft und Geschichte des Landes Guatemala besser verstehen zu können, folgte auf die Projektvorstellung eine Einführung in Kultur und historische Hintergründe.
Nach dem Mittagessen wurde es dann konkreter mit den Vorträgen „Pädiatrie unplugged“ und Wundversorgung unter den Bedingungen im Hochland Guatemalas, gefolgt von einem kleinen Nahtkurs; beide Vorträge aus dem Munde zweier Assistenzärzte, Jenny und Christian, die selbst in den Projekten als Studenten mitgearbeitet hatten.
Weiter gings mit der amüsanten Einführung in die Welt der Parasitologie frei nach dem Motto: „Hast du einen Wurm, bist du nicht mehr allein…“
Nach dem wohlverdienten Abendessen fanden wir uns dann zusammen zur gemeinsamen Diskussion über Themen wie Motivation eines Auslandaufenthalts in Entwicklungsländern, Nachhaltigkeit der Arbeit von NGOs und Folgen, die unsere Mitarbeit in Entwicklungsprojekten nach sich zieht.
Trotz des langen und anstrengenden Tages, der nun hinter uns lag, war es nicht schwer unsere begeisterungsfähigen Teilnehmer noch zu motivieren, sich den Film „La hija del puma“ anzusehen, der genau die Menschen als Hauptpersonen hat, mit denen wir in den Projekten zusammenarbeiten; ein eindrucksvoller Spielfilm über die Zeit des Bürgerkriegs oder Genozids in den 80er Jahren.
Für den Sonntagvormittag hatten wir noch zwei wichtige Themen aufgespart: zuerst kam die Geburtshilfe zu Wort, vorgetragen von Milena, Hebamme, die diesen Sommer nach Guatemala fahren wird. Anschließend hatten alle Teilnehmer Gelegenheit, geburtshilfliche Handgriffe am Phantom zu üben.
Last but not least war die zweite Hälfte des Vormittags dem großen und wichtigen Thema „Medizin und Globalisierung“ gewidmet. Vor dem Hintergrund, dass 85% dessen, was Gesundheit bestimmt, nicht durch das Gesundheitssystem beeinflusst wird, sondern von gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wie Bildung, finanziellen Mitteln und Umweltfaktoren wie zum Beispiel sauberem Wasser, schien uns dieses Thema besonders wichtig als Vorbereitung für medizinische Projektarbeit im Entwicklungsland Guatemala.
Zünftigen Ausklang fand das Wochenende dann im Biergarten.
Begeistert waren wir als Veranstalter von den Teilnehmern dieses Einführungs- und Vorbereitungswochenendes, weil sie mit ihrem Interesse und ihren Fragen ein wirklich spannendes Wochenende möglich gemacht haben.
Wenn ihr euch auch für die Guatemala-Projekte interessiert: Infos zur Bewerbung und Erfahrungsberichte findet ihr unter Public Health Projekte, „CEIBA“ und „Vivir en Amor“.
Bei Fragen: guatemala@spam.bvmd·de
Von: Elisabeth Rachel
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