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Montag, 22.10.2012 15:27:00
Offener Brief zu Logbüchern im Praktischen Jahr
Offener Brief an die medizinischen Fachgesellschaften und medizinischen Fakultäten und Fachbereiche
zu Logbüchern im Praktischen Jahr des Medizinstudiums
Sehr geehrte Damen und Herren,
die aktuelle Änderung zur Approbationsordnung, die am 17.07.2012 in Kraft trat, fordert fachspezifische Logbücher für Studierende im Praktischen Jahr (PJ), die von den Fachvertretern jeder Fakultät entwickelt werden sollen. Nach diesen Logbüchern soll die Ausbildung der Studierenden klar inhaltlich strukturiert werden, um die Lehre kompetenzbasiert in hoher Qualität sicherzustellen.
An diesen Logbüchern sollen sich die Lehrenden sämtlicher Universitätsklinika und akademischer Krankenhäuser ab dem 01. April 2013 orientieren. Die Einführung dieser Logbücher ist auf die Änderung an §3, Absatz 2 der Approbationsordnung für Ärzte zurückzuführen:
„(2) Die Ausbildung nach Absatz 1 wird in den Universitätskrankenhäusern oder in anderen Krankenhäusern durchgeführt, mit denen die Universität eine Vereinbarung hierüber getroffen hat (Lehrkrankenhäuser). (…)
Das Krankenhaus muss gewährleisten, das Logbuch der Universität einzuhalten.“
Damit soll eine universitätseinheitlich geregelte Ausbildung im Praktischen Jahr garantiert werden, unabhängig wo die Studierenden ihr PJ absolvieren. Dies ist spätestens im mündlich-praktischen Teil des Staatsexamens entscheidend, da alle Studierenden an den gleichen Standards gemessen werden.
Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd) begrüßt diese Initiative des Bundes und der Fakultäten und ist gerne bereit, die Fakultäten in der Erstellung solcher Logbücher, da diese an einer Vielzahl von Fakultäten noch nicht flächendeckend in allen Fachdisziplinen gewährleistet sind zu unterstützen.
Die bvmd sieht das auch als Gelegenheit, dass Fachgesellschaften in Verbindung mit ihren lokalen Fachvertretern an Unikliniken treten.
So ein Austausch würde gleichermaßen allen Beteiligten zu Vorteil kommen:
1) Fakultäten, bzw. die angefragten lokalen Fachvertreter, werden durch diesen Austausch in der Entstehungsphase der Logbücher dabei in der Konsensfindung von Lernzielen unterstützt.
2) Fachgesellschaften und besonders ihre lokalen Fachvertreter treten verstärkt in interfakultären, bzw. nationalen Austausch über die Notwendigkeit sowie die konkreten Inhalte der jeweiligen Fachdisziplinen. Dies beinhaltet vor allem das ärztliche Basiswissen und praktische Fertigkeiten, über die ein Absolvent in dem jeweiligen Fach unter Berücksichtigung lokaler Schwerpunkte verfügen muss. Hierbei darf die Schwerpunktbildung nicht denjenigen zum Nachteil gereichen, die ihre PJ-Ausbildung fern des eigenen Universitätsklinikums absolvieren.
Damit haben Fachgesellschaften durch die Findung eines diskutierten, gemeinsamen Ansatzes direkten Einfluss auf die studentische Lehre und darüber auf die aktive Nachwuchsförderung und -gewinnung.
Schwerpunktsetzungen einzelner lokaler Fachvertreter sind dabei keinesfalls behindernd, sondern können im nachfolgenden Prozess integrativ in die Logbücher der jeweiligen Fakultäten mit eingebunden werden.
3) Studierende erhalten durch einen solchen Austausch, im Vergleich verschiedener Fakultäten untereinander, ein Stück weit mehr Homogenität in ihren Logbüchern. Auf nationaler Ebene kann dies zu einer qualitativen Steigerung der praktischen Fähigkeiten von Berufsanfängern führen, wenn diese in der Mehrzahl der lokalen Logbücher gefördert werden.
Darüber hinaus erhofft sich die bvmd einen bundesweiten Konsens der Lernziele im Rahmen der nun in der ÄAppO geforderten Mobilität im PJ.
Da Studierende unabhängig ihres Ausbildungsortes nach dem Logbuch ihrer Heimatfakultät ausgebildet werden, wird ein interfakultärer Austausch erforderlich sein, um eine kompatible Ausbildung von PJ-Studierenden verschiedener Heimatuniversitäten an jedem Standort zu gewährleisten.
Für die Umsetzung eines solchen bundesweiten Austauschs bieten sich die „Arbeitsgruppen für das Studium“ der jeweiligen Fachgesellschaften an. Am Beispiel der Logbücher ist erkennbar, dass solche Arbeitsgruppen am besten unter Einbeziehung von möglichst vielen lokalen Fachvertretern funktionieren, sei es von Universitätsprofessoren und/oder Lehrkoordinatoren.
Dieser Prozess gewährleistet eine einheitliche und qualitativ hochwertige Ausbildung, was der fachspezifischen Förderung und Gewinnung des ärztlichen Nachwuchses zu Gute kommt. Aus diesem Grund hofft die bvmd auf eine breite Beteiligung der relevanten Organisationen.
Die AG Medizinische Ausbildung der bvmd ist gerne bereit in solchen Arbeitsgruppen – wie schon vielfach in der Vergangenheit – aktiv mitzuwirken.
Mit freundlichen Grüßen,
Hormos Salimi Dafsari
Pressesprecher
Martin Schmidt
Bundeskoordinator für Medizinische Ausbildung
für die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V.
Von: Pressesprecher
Dateien:
2012-10-22_Offener_Brief_PJ_Logbuecher.pdf
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