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Meldung

Mittwoch, 13.02.2013 23:25:00

Offener Brief an den MFT bezüglich der Aussage zur EU-Richtlinie


 

Sehr geehrter Herr Prof. Kroemer, sehr geehrter Herr Dr. Strehl,

am 07.02.2013 veröffentlichte das deutsche Ärzteblatt einen Online-Artikel mit der Überschrift “Fakultätentag wehrt sich gegen Verkürzung desMedizinstudiums".


Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden (bvmd) wundert sich sehr über diesen Artikel und Ihr Engagement gegen die geplante EU-Direktive. Die bvmd erkennt aus der Direktive keine generelle Verkürzung des Medizinstudiums, da lediglich die Mindeststudienzeit geändert wird. Dies hat sie im Herbst 2012 durch ein eigenes Positionspapier kenntlich gemacht. [1]


Diese erneute Fehleinschätzung der Direktive setzt Ihre bisherige zweifelhafte Auseinandersetzung mit diesem Thema fort. Bereits im September 2012 äußerten Sie sich ähnlich zur angeblichen Verkürzung des Medizinstudiums durch Wettbewerbsverzerrungen und machten damit Ihre mangelnde Kenntnis der Hintergründe zur Direktive öffentlich.


Die bvmd sieht nicht, dass sich durch die Direktive die Mindeststudiendauer als Regelstudiendauer durchsetzen wird. Es gibt derzeit keine Anzeichen, dass als Folge der Direktive eine Mehrheit von 24 Mitgliedstaaten in der EU sich entschließen wird ihre Ausbildungsstruktur zu ändern, wo diese doch international eine hohe Reputation genießt. Die bvmd weiß wie Sie, dass eine Verkürzung des Studiums bei gleichem Curriculum in der Tat zu einer Verdichtung und Belastung führen würde.


Eine solche Entwicklung zeichnet sich aber, wie oben dargelegt, nicht ab.
Die bvmd lädt Sie dazu ein, ausführlich über die kommende EU-Direktive und ihre Folgen zu diskutieren und zu erörtern, welche Rolle Studierende und Fakultäten bei der weiteren Rahmengestaltung des Studiums spielen sollen.


Mit freundlichen Grüßen,

 
Pascal Nohr-Deryk (Bundeskoordinator für Gesundheitspolitik); Michael Geßner (Pressesprecher)


Für die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V.

 

[1] bvmd.de/news/positionspapier_zur_eu_richtlinie

Von: Michael Geßner


Dateien:
2013-2-11_PM_Offener_Brief_EU_Richtlinie.pdf