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Mittwoch, 12.01.2011 07:12:00
bvmd besorgt über Situation Medizinstudierender in Haiti
Pressemitteilung der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd) anlässlich des ersten Jahrestages des Erdbebens in Haiti am 12.01.2010.
Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd) zeigt sich besorgt über die schleppende Wiederaufnahme der medizinischen Ausbildung in Haiti und fordert ein konsequentes Handeln der haitianischen Regierung sowie eine Verstärkung der internationalen Bemühungen um die Wiederherstellung des Gesundheits- und Bildungssystems Haitis und eine raschere Freigabe bereits zugesagter Hilfen.
 |   Staatlichen medizinischen Fakultät der Université d’Etat d’Haiti im Frühjahr 2010
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Die Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd) zeigt sich besorgt über die schleppende Wiederaufnahme der medizinischen Ausbildung in Haiti und fordert ein konsequentes Handeln der haitianischen Regierung sowie eine Verstärkung der internationalen Bemühungen um die Wiederherstellung des Gesundheits- und Bildungssystems Haitis und eine raschere Freigabe bereits zugesagter Hilfen.
Studierende der staatlichen medizinischen Fakultät der Université d’Etat d’Haiti stehen in engem Kontakt mit bvmd-Vertretern und berichten, dass ein Jahr nach dem verheerenden Erdbeben vom 12. Januar 2010, dem über 230 000 Menschen zum Opfer fielen [1] und das weite Teile der Hauptstadt Port-au-Prince verwüstete, noch nicht mit dem Wiederaufbau der durch das Beben zerstörten Unterrichtsgebäude begonnen wurde. Dies trifft in ähnlicher Weise auch auf zwei der drei anderen medizinischen Fakultäten des Landes zu. Von den 600 Studierenden der staatlichen medizinischen Fakultät sind 500 unmittelbar durch Unterrichts-ausfälle betroffen.
Ohne das Ergreifen entsprechender Maßnahmen, werden 2011 voraussichtlich mehr als 100 junge Ärztinnen und Ärzte ihre Ausbildung nicht rechtzeitig abschließen können und so dem Gesundheitssystem fehlen, berichtet Valéry Moise, Verantwortlicher für Öffentlichkeitsarbeit der Studierendenvertretung der staatlichen medizinischen Fakultät von Haiti.
Dies zeigt in drastischer Weise, wie dringlich eine forcierte Ausbildung in den Gesundheitsberufen, in dem von Krisen geschüttelten Karibikstaat ist, unterstreicht Georg Beyer, Koordinator der Haiti-Initiative „Lehre ohne Grenzen“ der bvmd. Das haitianische Gesundheitssystem hatte bereits vor den Katastrophen des Jahres 2010 mit enormen Problemen u.a. in Form von Fachkräftemangel durch unzureichende Ausbildung und Abwanderung zu kämpfen [2-4]. Durch das Beben habe sich die ohnehin schwierige Lage noch verschlimmert [5]. Die enormen Probleme im Gesundheitswesen Haitis sind mittel- und langfristig nur durch eine suffiziente Ausbildung eigenen Fachpersonals zu bewältigen.
Nach Einschätzung haitianischer Studierender wird für eine adäquate Ausbildung neben der Wiederherstellung von Räumlichkeiten vor allem Zugang zu Fachliteratur und medizinisches Material für Ausbildungszwecke benötigt.
Die bvmd bemüht sich seit März 2010, ihre Kommilitonen in Haiti bei der Wiederaufnahme ihres Studiums zu unterstützen. Dies geschieht in Form von Spenden sowie der Beratung beim Aufbau einer Studierendenorganisation zur Vertretung der Interessen und zur Stärkung des zivilgesellschaftlichen Engagements der Medizinstudierendenschaft Haitis. Die bvmd kooperiert dabei eng mit haitianischen Vertretern vor Ort, den kanadischen Studierendenverbänden IFMSA-Québec (Division Internationale de la Fédération Médicale Etudiante du Québec) und cfms (Canadian Federation of Medical Students), sowie der IFMSA (International Federation of Medical Students‘ Associations).
Anmerkung: Die bvmd sieht ihre Argumentationslinie im Kontext des IFMSA Positionspapiers „Globalization and Medical Workforce“, zu finden unter: http://www.IFMSA.org/index.php?option=com_content&view=article&id=233:policy-statements-adopted-by-the-59th-august-general-assembly-of-the-IFMSA-in-montreal-canada-2010-&catid=98:policy-statemants&Itemid=117
Quellen:
1.) AP. „Haiti raises earthquake toll to 230 000“ The Washington Post. Feb-10-2010 Zu finden unter: http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2010/02/09/AR2010020904447.html 2.) World Bank (2008) Haiti Conutry Data Profile. Zu finden unter: http://ddp-ext.worldbank.org/ext/ddpreports/ViewSharedReport?&CF=&REPORT_ID=13609&REQUEST_TYPE=VIEWADVANCED&HF=N&DIMENSIONS=22 3.) Jadotte, Evans. “International Migration, Remittances, and Labor Supply: The Case of the Republic of Haiti.” United Nations University World Institute for Development Economics Research. Research Paper 2009/28 (May 2009) 4.) Ivers, Louise C. „Increasing Access to Surgical Services for the Poor in Rural Haiti: Surgery as a Public Good for Public Health” World J Surg (2008) 32:537–542 5.) Sullivan, Theresa. „The Aftermath of Haiti’s Earthquake and its Tie to Haiti’s “Brain Drain” WPHR online (2010). Zu finden unter: http://wphr.org/2010/theresa-sullivan/the-aftermath-of-haiti%E2%80%99s-earthquake-and-its-tie-to-haiti%E2%80%99s-%E2%80%9Cbrain-drain%E2%80%9D/
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Von: NPO
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