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Dienstag, 23.11.2004 22:47:15
AIDS epidemic update 2004 veröffentlicht
London (Reuters) - Die Zahl der HIV-Infizierten ist nach UN-Angaben so hoch wie nie zuvor. Besonders bei Frauen stieg die Ansteckungsrate in den vergangenen zwei Jahren dramatisch.
Weltweit habe sich die geschätzte Zahl der mit dem HI-Virus lebenden Menschen auf 39,4 Millionen von 36,6 Millionen in 2002 erhöht, teilten am Dienstag das Aids-Programm der UN (UNAIDS) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in London mit. Mehr als drei Millionen Menschen seien in diesem Jahr an den Folgen der Immunschwächekrankheit Aids gestorben. Erstmals handele es sich bei fast der Hälfte aller mit dem Virus Infizierten um Frauen, hieß es in dem Bericht. "Das Antlitz von Aids ist zunehmend jung und weiblich", sagte die stellvertretende UNAIDS-Direktorin Kathleen Cravero. Hauptansteckungsursache in Westeuropa ist laut des eine Woche vor dem Welt-Aids-Tages am 1. Dezember veröffentlichten Berichts ungeschützter Geschlechtsverkehr zwischen Männern und Frauen. Hier habe sich die Ansteckungrate seit 1997 mehr als verdoppelt. Die Zahl HIV-positiver Frauen sei vor allem in Ostasien, Osteuropa und Zentralasien erheblich angestiegen, in Ostasien um 56 Prozent. In Afrika im Gebiet südlich der Sahara seien sogar drei Viertel aller 15- bis 24-jährigen Infizierten Frauen. Mehr als 30 Prozent aller Schwangeren in Botswana, Lesotho und Swasiland sind nach UN-Angaben Trägerinnen des Virus. "Junge Frauen sind im südlichen Afrika wegen Aids aus verschiedenen Gründen fast eine vom Aussterben bedrohte Spezies", sagte Cravero. Viele Frauen hätten keinen Zugang zu Bildung oder Arbeitsplätzen, seien wirtschaftlich abhängig oder der Gewalt von Männern ausgesetzt, hieß es. Oftmals seien die Frauen nicht in der Lage, den Geschlechtsverkehr zu verweigern oder die Benutzung eines Kondoms durchzusetzen. Obwohl sich die Ausgaben für die Aidsbekämpfung seit 2001 von zwei auf sechs Milliarden verdreifacht hätten, habe weniger als 20 Prozent der Bevölkerung in den Ländern mit niedrigem oder mittlerem Einkommen Zugang zu Aufklärungsprogrammen. Weniger als ein Zehntel der Aids-Kranken, haben laut Bericht Zugang zu einer Behandlung, obwohl sich die Zahl der unter Behandlung Stehenden verdoppelt habe. Mehr Infos auf www.unaids.org/wad2004
Von: Admin
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