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Freitag, 03.06.2011 12:30:00
114. Deutsche Ärztetag in Kiel geht zu Ende
Heute Mittag ist in Kiel der 114. Deutsche Ärztetag, die jährliche Hauptversammlung der Bundesärztekammer, zu Ende gegangen. Neben der Wahl eines neuen Präsidiums gab es unter anderem wegweisende Entscheidungen zu verschiedenen Themen.
So entschied nach einer kontroversen Debatte die Verankerung eines Verbots der aktiven Sterbehilfe in der Berufsordnung für Ärzte eine Mehrheit. Außerdem stimmte die Ärzteschaft nach langer Diskussion für eine begrenzte Zulassung der Präimplantationsdiagnostik aus, dies allerdings ausdrücklich nur in engen Grenzen. Der Bundestag fällt hierzu am 30. Juni eine Entscheidung. Des Weiteren sprachen sich die Ärzte für eine Änderung des Transplantationsgesetzes aus. So plädiert die Mehrheit der Ärzteschaft für die Einführung einer Selbstbestimmungslösung mit Informations- und Erklärungspflicht.
Auch die beruflichen Perspektiven von Studienabsolventen und jungen Ärzten in Weiterbildung war Thema des Ärztetages. Dabei sprach sich die Ärzteschaft dafür aus: - das Kapazitätsrecht zu lockern und zu ändern
- alternative Auswahlverfahren an den Medizinischen Fakultäten mehr auszunutzen
- PJ-Tertiale auch in der ambulanten Versorgung absolvieren zu können
- das Pflegepraktikum von 3 auf 2 Monate zu verkürzen
- das 2. Staatsexamen wieder zu splitten und einen Teil vor und einen Teil nach dem PJ zu prüfen
- im Studium mehr auf die Vermittlung von sozialen und empathischen Fähigkeiten wert zu legen
- die Allgemeinmedizin im Studium zu stärken
Bei der Wahl zum neuen Präsidenten der Bundesärztekammer setzte sich Dr. Frank Ulrich Montgomery aus Hamburg gegen vier andere Kandidaten im zweiten Wahlgang durch. Er tritt damit die Nachfolge von Prof. Hoppe an, welcher nach zwölf Jahren die Leitung der Bundesärztekammer abgab.
Von: Delegation des Deutschen Ärztetages
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