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Resolution von 20 Fachgesellschaften und Verbänden gegen das Zwangstertial Allgemeinmedizin

Medizinstudierende sollten weiterhin die Möglichkeit haben, im dritten Tertial des Praktischen Jahres (PJ) ihr Fach frei zu wählen. Das bewährte Wahltertial darf nicht durch einen viermonatigen Pflichtabschnitt in einer allgemeinärztlichen Praxis ersetzt werden. Das fordern 18 medizinische Fachgesellschaften und Verbände, zusammen mit der Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland e.V. (bvmd) und den Jungen Neurologen. Der Bundesrat soll im Mai über die neue Approbationsordnung und damit über das PJ entscheiden.

 

Hier findet ihr die Resolution.

Medizinstudierende warnen vor Abschaffung des Wahltertials im PJ

Den Plänen der Landesgesundheitsministerien, das Wahltertial im Praktischen Jahr (PJ) zugunsten eines allgemeinmedizinischen Pflichtabschnitts von vier Monaten in einer hausärztlichen Praxis abzuschaffen, erteilen die deutschen Medizinstudierenden eine klare Absage. Ein entsprechender Änderungsantrag im Gesundheitsausschuss des Bundesrates zur Novelle der Approbationsordnung hat nach Auskunft verschiedener Landesgesundheitsministerien realistische Aussichten auf eine Mehrheit.

Während die Studierenden eine qualitative Stärkung der Primärversorgung bzw. Allgemeinmedizin bereits im Studium ausdrücklich begrüßen, warnen sie vor einem weiteren Zwangstertial für alle Studierenden. Das ersatzlose Streichen des Wahlabschnittes würde den Charakter des PJ fundamental verändern und den Ärztemangel in vielen Fachdisziplinen weiter verschärfen.

Insbesondere appellieren die Studierenden eindringlich an die Bundesländer, die Novelle der Ärztlichen Approbationsordnung nicht weiter zu verzögern.

Die gesamte Stellungnahme findet sich hier.

UPDATE: AO-Änderung vertagt!

Soeben wurden wir darüber informiert, dass der Ausschuss für Kulturfragen im Bundesraten (Kultus- & Wissenschaftsministerien der Länder, etc.) entschieden hat den Beschluss über die Kabinettsvorlage zur Änderung der Approbationsordnung (s. http://www.aerzteblatt.de/archiv/118968) bis auf weiteres zu vertagen.

Es ist derzeit nicht davon auszugehen, dass sich der "K-Ausschuss" baldmöglichst mit der Gesetzesänderung befassen will.

Das ist äußerst bitter, weil sich mit Ausnahme des Medizinischen Fakultätentags (MFT) nicht ein einziger Verband gegen die Änderung ausgesprochen hat. Bis zuletzt wurde vom Hartmannbund, vom BÄK-Präsidenten Montgomery und nichtzuletzt auch von uns ausdrücklich betont, wie wichtig der Beschluss jetzt im Februar ist. Es ist davon auszugehen, dass besonders der Protest des MFT gegen die PJ-Mobilität ausschlaggebend war, dass auch die anderen Änderungen nun nicht beschlossen werden (Teilung des Hammerexamens, PJ-Logbuch).

Wir können uns sehr gut vorstellen, dass ihr von der Entscheidung im K-Ausschuss ebenso enttäuscht seid, wie wir es sind. Deshalb werden wir nun alle Anstrengungen daran setzen nochmals in intensive Verhandlungen und Gespräche zu treten, sowohl mit den Verbänden als auch mit der Politik.

An euch gilt die Bitte dieses Thema in euren Fachschaften anzusprechen, eure Kommilitonen für das Thema zu sensibilisieren. Gebt uns Rückmeldung über die Stimmung in euren Städten. Gerne möchten wir die tatkräftige Unterstützung aller Fachschaften in Deutschland in unsere Bemühungen aufnehmen.

Update der bvmd zur geplanten AO-Novelle

Mit der Novellierung der Approbationsordnung hat sich das Bundesgesundheitsministerium entschlossen, sich den drängenden Fragen der medizinischen Ausbildung anzunehmen und diese besser an den Erfordernissen unserer Zeit anzupassen. Als bvmd unterstützen wir die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums in den meisten Punkten nachdrücklich und unterstreichen die herausragende Wichtigkeit diese zeitnah umzusetzen.
                                            

Sehr begrüßt wird vor allem die Absicht die Auswahl der Lehrkrankenhäuser zu liberalisieren.
Dieser richtungweisende Vorstoß wird nicht nur zu einer Verbesserung der Ausbildungsqualität und Patientenversorgung führen, sondern bietet stationären Einrichtungen aus allen Gebieten des Landes die Möglichkeit, junge Ärzte für spätere kurative Tätigkeit im jeweiligen Haus zu begeistern.
Unserer Erfahrung nach kann gerade an kleinen und mittelgroßen Krankenhäusern eine praxisnahe  Ausbildung hoher Qualität mit hervorragender Betreuung erfolgen.

Der Vorschlag zur Aufteilung des zweiten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung (sog. Hammerexamen) findet in der Medizinstudierendenschaft eine breite Unterstützung. Durch ein schriftliches Examen vor Beginn des Praktischen Jahres und eine mündliche Prüfung am Ende dieses Abschnitts können die Studenten gut vorbereitet in den praktischen Schwerpunkt ihrer Ausbildung starten und sich dort ganz auf das Erlernen klinisch relevanter Inhalte konzentrieren.

Allerdings stellt die Verlegung des Prüfungstermins der schriftlichen Prüfung in den August
Studierende und Fakultäten vor große Herausforderungen. Zwischen Semesterende und Termin
der schriftlichen Prüfung bliebe für die Studierenden nicht genügend Zeit, um sich angemessen auf
die umfangreiche Prüfung vorzubereiten. Dies gefährdet den Erfolg in der Prüfung und könnte dazu führen, dass sich die Studienzeit um bis zu ein Semester verlängern könnte.

Auch das Thema Allgemeinmedizin im Studium wird im aktuellen Entwurf aufgegriffen und viel diskutiert. Hierbei ist im Bereich der Medizinerausbildung vor allem die Darstellung und Qualität der Ausbildung ausschlaggebend, um junge Mediziner für diesen Bereich zu gewinnen.  Die bvmd fordert eine vermehrte Einbindung von Lehrpraxen und Ambulanzen in den Unterricht in allen Fächern. Den Schwerpunkt dabei nur auf die Allgemeinmedizin zu legen und eine rein quantitative Erhöhung des Unterrichts ohne Verbesserung der Ausbildungsqualität zu forcieren, halten wir für nicht zielführend. Dabei sind insbesondere auch die Nachwuchssorgen in anderen Fächern zu bedenken, welche so vernachlässigt werden.

Die bvmd bemüht sich im konstruktiven Dialog mit allen Entscheidungsgremien im Bereich der Hochschulmedizin die Sicht der Studierenden in den Prozess der AO-Änderung einzubringen. Meldet euch gern bei Rückfragen oder wenn ihr selbst aktiv werden wollt unter sek-AO@spam.bvmd·de

 

Eure AGs Medizinische Ausbildung und Gesundheitspolitik

Was passiert? Was macht die bvmd?

Studierende, die sich im Rahmen der AG Gesundheitspolitik engagieren, sowie die AG der AGs Gesundheitspolitik und Medizinische Ausbildung und der Vorstand stehen in Kontakt mit verschiedenen Akteueren der deutschen Gesundheitspolitik.

Eine kurze Infoseite, was bei der neuen AO überhaupt geplant ist, findet ihr HIER.

Links zu Materialien zur AO-Novelle findet ihr HIER. Es sind Stellungnahmen verschiedener Verbände, wie auch des Bundesministeriums für Gesundheit und der Presse versammelt.

Unsere erste Stellungnnahme zur neuen AO findet ihr HIER.

Schließlich haben wir HIER für euch eine Übersicht zusammengestellt, wie der Prüfungsablauf nach neue AO für euch aussehen könnte.

 
Zuletzt geändert am 06.04.2012 um 14:48:45

AO-Flyer